Antje Bostelmann bei der Tekförsta 2026 in Odense
Am 23. April fand in Odense die Tekförsta statt. Die Konferenz widmet sich zentralen Zukunftsfragen und zeigt auf, welche Bedeutung diese für die pädagogische Praxis haben. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie wir die Lebens- und Lernwelt der kommenden Generationen gestalten möchten und welchen Beitrag Bildung dazu leisten kann.
Für Klax nahmen Gründerin Antje Bostelmann, die Leiterin der Pädagogischen Qualität Dr. Antonia Södergren sowie die Leiterin der Internationalen Klax Schule, Nicole Baudisch, an der Veranstaltung teil. Ziel war es, neue Impulse und Erkenntnisse für die Arbeit in den Bildungseinrichtungen von Klax zu gewinnen. Gerade vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung ist es wichtig, sowohl Potenziale als auch Herausforderungen digitaler Technologien bereits in der frühen Bildung zu berücksichtigen.
Einen besonders eindrucksvollen Impuls setzte die Eröffnungsrede von Stefania Druga. Sie richtete einen klaren Appell an die pädagogischen Fachkräfte: „Wenn ihr nicht das Verständnis von Künstlicher Intelligenz bei Kindern formt – wer sonst soll es tun? Ihr seid die Expert:innen.“
Druga verdeutlichte, dass Kinder durch spielerische Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz einen reflektierten Umgang mit der Technologie entwickeln können. Wenn sie selbst erleben, wie KI-Systeme trainiert werden, lernen sie Antworten kritisch zu hinterfragen, mögliche Verzerrungen zu erkennen und nachzuvollziehen, dass KI keine objektiven Wahrheiten liefert, sondern auf menschlichen Entscheidungen basiert.
Mit ihrer Arbeit verbindet Stefania Druga wissenschaftliche Forschung am MIT Media Lab mit langjähriger Erfahrung im Bereich der AI Literacy für Kinder. Darüber hinaus war sie unter anderem für Google DeepMind tätig und arbeitet heute als Research Scientist in Japan an innovativen Lernkonzepten rund um Künstliche Intelligenz.
Die Tekförsta machte deutlich, dass technologisches Verständnis heute weit mehr ist als eine zusätzliche Kompetenz. Es entwickelt sich zunehmend zu einer grundlegenden Kulturtechnik. Kinder und Erwachsene sollten befähigt werden, Technologie nicht nur zu nutzen, sondern aktiv mitzugestalten. Besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz zeigt sich: Wer selbst gestaltet und ausprobiert, entwickelt ein tieferes Verständnis als durch reine Anwendung.
Zugleich wurde deutlich, dass technologisches Wissen eine wichtige Voraussetzung für eine starke Demokratie ist. Demokratische Teilhabe erfordert nicht allein Zugang zu digitalen Werkzeugen, sondern auch die Fähigkeit, deren Funktionsweise kritisch zu verstehen und einzuordnen. Die frühe Bildung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sie legt den Grundstein dafür, ob Kinder zu aktiven Gestalter:innen der digitalen Zukunft werden oder lediglich Nutzer:innen bleiben. Bildung, Technologie und Demokratie sind daher untrennbar miteinander verbunden.