Rede zur Klax Belegschaftsversammlung 2018

14. Dezember 2018

am 7. Dezember 2018 im Saal des Kino International in Berlin

Liebe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen,

ich freue mich sehr, Sie alle wiederzusehen. Seit einigen Jahren schon treffen wir uns hier im Kino International. Mit den Jahren ist es immer voller geworden. Wir sind ziemlich viele Menschen bei Klax und werden immer mehr. Im nächsten Jahr um diese Zeit werden wir einen anderen, größeren Ort brauchen, an dem wir alle zusammenkommen können. Um die 700 Leute arbeiten derzeit in unserer Firmengruppe – etwa 550 davon allein in Berlin.

Bei dieser Größe ist klar, dass man sich nicht mehr so oft sieht, denn jeder arbeitet in der jeweiligen Einrichtung. Man trifft sich höchstens noch zu gemeinsamen Meetings, beim Aushelfen in anderen Teams, oder wenn es etwas in der Geschäftsstelle zu erledigen gibt. Doch heute sind Sie aus den verschiedenen Ecken der Klax Unternehmensgruppe angereist.

An dieser Stelle möchte ich diejenigen herzlich begrüßen, die in diesem Jahr neu zu uns gestoßen sind. Sie sitzen das erste Mal zwischen uns und wundern sich vielleicht, was hier heute passieren wird. Wir freuen uns, dass Sie da sind und widmen unseren neuen Kollegen einen herzlichen Applaus.

Ja die „Klax-Familie“ ist in diesem Jahr ordentlich gewachsen: Zwei neue Einrichtungen in Berlin. Zwei neue Einrichtungen in Niedersachsen. Eine neue Kita in Stockholm. Die Schule hat sich vergrößert und ist zur großen Klax Schule mit fast 400 Schülern und über 50 Lehrern zusammengewachsen. In der Geschäftsstelle werden derzeit die Räume ausgebaut.

Wir freuen uns sehr über unsere neuen Bereichsleiter, welche die Ebene zwischen den Abteilungsleitern und der Geschäftsführung einnehmen. Dort, wo den Teams Bereichsleiter zur Seite stehen, wird das Konzept umgesetzt, geschützt und entwickelt; es werden Alltagsprobleme auf kurzen Wegen gelöst und die Leiter von Kindergärten, Krippen und Lernfamilien bestens unterstützt. Liebe Bereichsleiter, danke, dass Sie da sind!

Herr Möllers wird gleich einen ausführlichen Bericht über die Ergebnisse des Jahres 2018 geben. Die Zahlen und Ereignisse, die er vortragen kann, geben Einblicke in die Arbeit des Jahres und sicher auch einen Ausblick auf das nächste Jahr.

Eine große Gemeinschaft braucht etwas, was sie zusammenhält – sie braucht ein WIR. Über das Wir möchte ich heute zu Ihnen sprechen: Was macht 700 Leute zu einer Gemeinschaft? Für mich ist es die gemeinsame Arbeit an unserem gemeinsamen Ziel!

Das heißt, wir setzen die Klax-Pädagogik um. Wir wollen lernbereite, sozial kompetente und vor allem zur Verantwortung fähige Menschen heranbilden. Unser Slogan lautet seit vielen Jahren: „Bei uns lernt die Zukunft.“ Was stellten Sie sich vor, wenn Sie das hören? Ist die Zukunft etwa digital? Gehört sie den KI, also den künstlichen Intelligenzen?

„Was wünschen sich Roboter zu Weihnachten?“, haben sich die Kinder gefragt. Wird es wirklich eine Zukunft geben, in der das Menschliche vollständig digitalisiert als Roboter daherkommt? Werden vermenschlichte Roboter funktionierende Demokratien bilden?

Ich persönlich mag es sehr, den Vorträgen des deutsch-amerikanischen Informatikers und Gesellschaftskritikers Joseph Weizenbaum zuzuhören, in denen er sich zum Beispiel über Science Fiction Filme ärgert, in denen Roboter mit Armen und Beinen daherkommen. Wozu braucht ein Roboter Arme und Beine, fragt er. Joseph Weizenbaum starb 2008.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, in einem dänischen Kindergarten eine Diskussion zwischen den Kindern und der Erzieherin darüber zu hören, ob Roboter Augen und Hände brauchen.

Roboter sind Werkzeuge und Maschinen. Auch wenn der Mensch die Idee hat, sich mit einer Maschine zu duplizieren und ihr ein wirklich menschliches Aussehen gibt, bleibt es eine Maschine. Die Zukunft sind nicht die Roboter! Die Zukunft sind Menschen, die mit den Herausforderungen ihrer Lebensgegenwart umgehen können.

„Bei uns lernt die Zukunft“ steht schon lange als Leitsatz unter unserem Logo. Mit diesem Satz wollen wir ausdrücken, dass wir uns um die nachwachsenden Generationen kümmern; diesen die Kraft, das Wissen und die Werkzeuge mitgeben wollen, die Menschen brauchen, um in 20 Jahren gute Weltbürger zu sein.

Wir wollen Menschen heranbilden, die über gute soziale Fähigkeiten verfügen, sich selbst kennen und reflektieren, die eigenen Stärken ermessen, über Wissen und den Antrieb verfügen Lösungen zu finden, auch wenn die Probleme sehr groß sind.

Aber was lernt die Zukunft? Das steht bei uns im Fraktal, in unseren Stufenblättern, in den Rahmenlehrplänen. Aber ist das wirklich schon die ganze Antwort? Lernen ist mehr als den Kopf mit Fakten vollstopfen. Lernen soll zu Bildung führen und Bildung betrifft den ganzen Menschen.

Bildung soll Persönlichkeiten hervorbringen, die mehr als Lernautomaten sind, die lediglich mit Abrufwissen gefüllt wurden. Es gibt längst Maschinen, viel mehr Wissen als Menschen lernen können! Hinter diesen Wissens-Abrufmaschinen stecken Algorithmen, wie es bei Google oder Wikipedia der Fall ist. Algorithmen sind menschengemachte Programmierabfolgen. Oder besser gesagt, menschenverursachte, denn inzwischen sind wir soweit, dass Algorithmen andere Algorithmen produzieren können.

Das notwendige Abrufwissen der Welt steckt heute in unseren Computern. Das klingt auch ein bisschen gefährlich, oder? Wie müssen Menschen sein, was müssen sie können, um hier die Oberhand zu behalten?

Ich würde sagen, uns machen Dinge wie Entscheidungskraft, Urteilsvermögen und Empathie zu Menschen. Die besagte Zukunft, die bei uns lernt, sollte also soziale Kompetenz, Lösungsorientierung, die Fähigkeit zu kompetenter Kommunikation, die Fähigkeit zu Demokratie, zu integrativem Denken und Verhalten lernen.

Das braucht Urteilsvermögen!

Ob man nun bei Immanuel Kant nachliest oder schnell in der Wikipedia nachschaut: Selbständiges und kritisches Urteilsvermögen – also das Vermögen, eine Situation oder eine Aussage angemessen einschätzen zu können und auf der Basis einer rational abwägenden Überlegung ein nachvollziehbares, umsichtiges, aber auch konsequentes Handeln an den Tag zu legen – ist der Kern der bürgerlichen Freiheit und Eigenverantwortung.

Und natürlich wäre dieser Kern gefährdet, wenn wir unseren Menschenverstand ausschalten und immer mehr Entscheidungen auf der Grundlage von Fake News, Gerüchten und aus Angst treffen würden.

Fake News lassen Gerüchte entstehen. Die Absicht dahinter ist Manipulation. Manipulation führt zu Entmündigung, oder – mit Kant gesprochen – zu einem unaufgeklärten Verhalten und nicht zum „Ausgang des Menschen aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit“1.

Wir arbeiten für Kinder und ihre Familien. Die meisten von uns arbeiten mittendrin: In der Schule, in der Krippe oder im Kindergarten. Andere arbeiten daran, dass die Menschen in den Einrichtungen gut arbeiten können. Sie unterstützen, beraten und helfen weiter. Sie kochen Essen, putzen die Räume oder machen die Buchhaltung. Alle sind wichtig, um den Betrieb am Laufen zu halten.

Ich würde deshalb sagen, es macht keinen Unterschied, ob jemand täglich eine Kindergruppe betreut oder Menschen unterrichtet. Die Person ist darauf angewiesen, gute Materialien und Konzepte zu haben oder darauf, dass die Buchhaltung funktioniert und mit den Verträgen alles in Ordnung ist. Umgekehrt ist es das Gleiche: Die Buchhaltung hätte ohne die Kindergruppe nichts zu tun und auch Konzeptentwickler sind ohne die Praktiker vor Ort arbeitslos. Ich sage Ihnen das, weil es mir wichtig ist!

Mir ist wichtig, dass jeder Mitarbeiter in unserer großen Gruppe seinen Platz hat. Einen Platz auf dem er oder sie richtig gut ist, richtig gut arbeiten kann, von seinen Kollegen und Vorgesetzten gesehen wird und respektvolle Anerkennung für seine Tätigkeit bekommt.

Ich sage das auch, weil ich das Gefühl habe, dass es an dieser Stelle bei uns etwas zu tun gibt.

Wir sind nicht gleich, wir machen nicht das Gleiche, wir sehen nicht, was der andere den ganzen Tag macht. Die Abteilungen und Bereiche liegen häufig inhaltlich und räumlich weit auseinander.

Wir müssen uns also vertrauen. Vertrauen entsteht dann, wenn man sich aufeinander verlassen kann, wenn man weiß, dass man dazugehört und die Enttäuschung zu Hause bleibt. Es ist also wirklich wichtig, dass jeder an seinem Arbeitsplatz die Arbeit macht, die ihm zugewiesen wurde, für deren gutes Ergebnis er oder sie verantwortlich ist.

Die Bezugspädagogen in Krippen, Kindergärten und Schulen verlassen sich untereinander darauf, dass in den anderen Räumen ein Morgenkreis läuft, wenn sie selbst einen durchführen, dass guter Unterricht oder ein interessantes Angebot stattfindet, wenn sie selbst mit ihrem Unterricht oder ihrem Angebot beschäftigt sind; dass die Leitung richtig leitet, dass alle im Team die vereinbarten Regeln durchsetzen, die Eltern richtig und verantwortungsvoll informieren.

Wenn nur einer in einem Team dies nicht tut, werden die anderen Pädagogen im Team die Enttäuschung von Eltern und Schülern abbekommen. Die ganze Einrichtung ist plötzlich nicht mehr voll funktionstüchtig. Das Vertrauen ist weg, das Team läuft Gefahr sich zu streiten, die Eltern kündigen usw.

Der Verzicht auf gute Arbeit ist immer der Beginn von etwas Schlechtem, Anstrengendem und Zerstörerischem. Wir erleben das viel zu oft, wie ich meine! Natürlich gibt es für schlechte Arbeit Entschuldigungen: jemand war krank, hatte zu Hause ein Problem, der Einkauf hat irgendwas nicht rechtzeitig geliefert, das Essen kam zu spät. Oder jemand sagt sich: „Ich wusste gar nicht, dass ich mit meinen Schülern zusammen essen soll, ich habe vergessen dass…“ und so weiter. Aber diesen Dingen zu folgen, bringt nur kurzfristige Erleichterung.

Sieht man das ganze Bild, sind die Folgen dieses einen Augenblicks des Nachlassens gigantisch und kosten viel mehr, als der kurze Moment Überwindung, der zu vollständiger und guter Arbeit führt. Wie können wir verhindern, dass in unserer Klax Familie Abteilungen in Krisen geraten, Kitas schlecht werden oder eine Schule den Kontakt zu ihren Studierenden verliert.

Es betrifft alle, wenn es irgendwo schiefläuft: Kollegen müssen aushelfen, Leitungen müssen sich plötzlich um zwei Häuser kümmern, Geschäftsführer und Bereichsleiter sind plötzlich nur noch mit Problemen beschäftigt, statt sich um andere Angelegenheiten und um die Zukunft kümmern zu können. Außerdem täte es uns gut, die Helden des gewöhnlichen Alltags zu feiern, anstatt notgedrungen Helden des Aufräumens und des Wiederaufbaus auf der Bühne zu haben. Also was können wir tun?

Liebe Führungskräfte, ob Geschäftsführer, Bereichsleiter oder Abteilungsleiter, ich möchte Ihnen einige wichtige Werkzeuge an die Hand geben; Werkzeuge, die einmal eingesetzt, zu Stabilität und durchgängiger Qualität führen.

 

1. Keine Kompromisse beim Einstellen und die richtigen Personen an Bord holen

Denken Sie daran, fachliche Kompetenzen lassen sich schulen, persönliche Kompetenzen nur sehr schwer und sehr langwierig entwickeln. Deshalb müssen wir die richtigen Persönlichkeiten finden, die wir fachlich entwickeln können. Bitte lassen Sie nur dann eine Person auf eine Stelle, wenn Sie ganz genau wissen, dass sie persönlich und fachlich richtig ist. Lieber ein Gespräch mehr führen, als jemanden Falschen auf ein Team loslassen. Und ja, das funktioniert auch bei einem angespannten Arbeitsmarkt.

 

2. Strukturen schützen

Strukturen, die einmal geschaffen wurden, müssen mit aller Kraft geschützt werden. Denn Strukturen sind der Rahmen unserer Arbeitsrealität. Ob es Raumkonzepte sind, pädagogische Materialien, Arbeitsregeln, Routinen oder mehr, sie sind die Basis unserer Unternehmenskultur. Sie sind das, worauf sich alle verlassen können, was allen Sicherheit und ein gutes zu Hause gibt.

Es ist selbst Führungskräften häufig nicht bewusst, wenn sie die Strukturen stören. Aber sie tun es, wenn sie zum Beispiel entscheiden, den Morgenkreis ausfallen zu lassen, wenn jemand während des Kita- oder Schulalltages freibekommt, wenn jemand mit langen Fingernägeln mit Kindern arbeiten darf, oder mit Schuhen herumläuft, die nicht dem Arbeitsschutz entsprechen. Wer Strukturen schützen muss – und das ist die wichtigste Aufgabe der Führung bei Klax –, braucht den Mut Abweichungen anzusprechen und die richtigen Mittel, um diese zu verhindern.

 

3. Begleiten, Anerkennen, Sinn vermitteln

Wir alle brauchen Begleitung und Anerkennung. Deshalb arbeiten wir ja auch in einer Gemeinschaft. Die Führung ist dazu da, diese Gemeinschaft zu organisieren. Das heißt zum Beispiel, neue Mitarbeiter in das Team zu integrieren und sie dafür in einem langen Einarbeitungsprozess intensiv zu begleiten.

Begleiten ist das Gegenteil von solchen Herangehensweisen wie: „Das ist Deine Gruppe, das ist Deine Klasse – jetzt mach mal!“ Ein halbes Jahr dauert in der Regel die gewissenhafte Einarbeitung einer neuen Kollegin oder eines neuen Kollegen. Dies ist eine wichtig Aufgabe für die verantwortlichen Führungskräfte, die mit Herzblut und Verantwortung ausgeführt werden muss.

Vor allem im ersten viertel Jahr müssen die neuen Kolleginnen und Kollegen intensiv begleitet werden. Sie hier im Saal flüstern ihrem Nachbarn oder der Nachbarin jetzt wohlmöglich zu: „Wie soll denn das gehen? Wenn wir einen neuen Klassenlehrer haben, dann muss der an die Klasse ran. Die Eltern, die Schüler brauchen das…“

Ja, das stimmt. Aber es gibt doch immer eine Zweitkraft, die schon länger da ist und die dem oder der Neuen helfen kann und darauf achtet, dass hier nichts allein gemacht wird. Es gibt eine Leitung, die weiß, dass sie am Anfang viel Zeit für jeden neuen Mitarbeiter verwenden muss.

Wer solch eine Einarbeitung durchläuft, ist nach sechs Monaten gut ausgerüstet. Ausgerüstet dafür, seinen Platz einzunehmen, richtig gute Arbeit zu machen und darauf stolz zu sein, Anerkennung zu erwarten und auch zu bekommen.

Liebe Führungskräfte, wir alle brauchen Anerkennung, wollen gesehen und in unserer Leistung anerkannt werden. Anerkennung ist der Treibstoff, mit dem jeder seinen Tank auffüllt, um die nächste Strecke zu fahren. Dabei geht sie über ein einfaches Lob hinaus. Sie ist vor allem die tägliche Unterstützung der Kollegen und kann auch eine konstruktive Kritik umfassen. Bei den Werkzeugen „Begleitung und Anerkennung“ hängt es davon ab, wie gut jeder Einzelne sich für das Gelingen verantwortlich fühlt. Sie sind sehr wichtige Faktoren, die stabilisierend auf ein System einwirken.

 

4. Veränderungsbereitschaft

Weiter hervorheben möchte ich die Bereitschaft zur Veränderung. Sie alle hier im Saal sind Persönlichkeiten und ausgebildete Fachkräfte. Viele von Ihnen gehen nebenbei zur Schule, haben eine Berufsausbildung gemacht oder besuchten die Universität, einige haben sogar promoviert. Ihre Lebensläufe zeugen von Fleiß und Wissensdurst.

Doch insbesondere die zahlreichen Pädagogen unter uns wissen so gut wie ich, dass das behäbige Bildungssystem unseres Landes keine Zukunft hat. Sie staunen mit mir darüber, dass es seit hundert Jahren fast unverändert fortbesteht. Sie machen sich vielleicht Sorgen darüber, aber Sie sind gewiss auch froh, denn Sie haben in diesem System Ihre Ausbildung gemacht, haben in diesem System Ihren Beruf gelernt und Sie sind als Pädagogen an dieses System gewöhnt und darin eingearbeitet.

Trotzdem Leute: So geht es nicht weiter! Lernbereite, sozialkompetente Kinder, Schüler, Studierende und Bürger brauchen zukünftig andere Kindergärten, Schulen und Studieneinrichtungen.

Wir bei Klax arbeiten kontinuierlich an einem modernen Bildungssystem. Wir entwickeln Methoden und Werkzeuge, die helfen, für die Zukunft zu arbeiten, die Zukunft zu unterrichten und zu betreuen. Die Eltern und der Senat erwarten gleichermaßen, dass wir in unseren Einrichtungen das Klax-Konzept Realität werden lassen.

Lernen Sie, wie Sie Ihren Kindern, Schülern und Studierenden Urteilsvermögen, Lernstrategien und soziale Kompetenz vermitteln. Lernen Sie, wie digitale Medien eingesetzt werden, wie in gruppenoffenen Settings gearbeitet wird, welche Bedeutung ästhetische Momente in der Bildung haben, wie offener, problemlösungsgeleiteter Unterricht stattfindet, wie Lernateliers benutzt werden usw.

Gerade kommen zwei Kollegen aus Brüssel zurück. Klax ist Mitglied im Europäischen Future Classroom Lab. Von dem Treffen dort berichten die Kollegen, welches hohe Ansehen sie international als Klax-Pädagogen genießen. Deswegen sollten wir auch intern zu unseren pädagogischen Ansichten stehen.

 

5. Reflexion

Die Fähigkeit zur Reflexion ist das wesentliche Merkmal des authentischen Erwachsenen. Reflexion hat viel Platz im Klax-Konzept. Sie wird in Portfolios, Morgen- und Abschlusskreisen oder in Bewertungsgesprächen geübt. Sie findet außerdem an Lobetagen und im Arbejdsglæde ihren Ausdruck. Reflexion hat natürlich viele Dimensionen.

Ich will kurz darauf eingehen: Jeder fühlt sich mal schlecht, denkt, dass andere ihn nicht so mögen, oder hat einfach nur Angst vor etwas. Damit aus einem solchen schlechten Gefühl keine Katastrophe erwächst, braucht es Reflexion – das Nachdenken über sich selbst. Warum fühle ich mich heute schlecht? Warum glaube ich, dass mich die anderen nicht mögen? Warum habe ich Angst und wovor? Wenn das klar ist, wenn man selber weiß, was genau die Gründe für die schlechten Gefühle sind, dann kann man sie benennen und was man beim Namen nennen kann, lässt sich leichter verändern.

Die Fähigkeit zum verantwortlichen Handeln ist das Ziel in unserem Bildungskonzept. Aber was zeichnet verantwortliches Handeln aus? Gut im Job sein zu wollen zum Beispiel. Wir alle sollten öfter darüber nachdenken, was es bedeutet, gut im Job zu sein. Vor allem, was es in Hinblick auf die Klax-Pädagogik bedeutet.

Die Eltern – unsere Kunden – haben für eine Klax Kindereinrichtung, für eine Klax Schule, die Studierenden für eine Klax Ausbildung unterschrieben und erwarten, dass das Konzept der Klax-Pädagogik angewendet wird.

Deswegen sollten wir uns dafür interessieren, was es heißt, dieses „Produkt“ – sorry Leute, für das Wort, aber es ist ein Produkt – auch vollumfänglich an die Eltern, Schüler und Studierenden zu bringen. Nachlesen, Fortbildungen besuchen, sich selbst regulieren, selbst aktiv werden, Räume gestalten, Lernsettings entwickeln, Interessantes interessant weitergeben. Das ist Ihre Aufgabe! Das macht Sie zu verantwortlichen Pädagogen bei Klax.

Es ist verantwortlich, das Produkt zu schützen. Sich selbst und die Arbeit des Kollegen zu reflektieren, offen über Fehler und Versäumnisse zu sprechen. Selbstverantwortung, Selbstreflexion und Urteilsvermögen, dazu ein bisschen Mut, eine Prise Ehrlichkeit und Genauigkeit, dann funktioniert es ganz gut mit dem alltäglichen Miteinander.

Die richtigen Personen, auf den richtigen Plätzen, geschützte Strukturen, Begleitung und Anerkennung; Veränderungsbereitschaft, Reflexion und Verantwortlichkeit – das alles sind wichtige Dinge, die der ganzen Gemeinschaft zum Erfolg verhelfen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten!

Was erwartet uns im nächsten Jahr? Wir vollenden die Umstrukturierungsarbeiten, Abteilungen und pädagogische Einrichtungen, die nicht gut sind, müssen im Laufe des nächsten Jahres gut sein. Wir besetzen die letzten offenen Leitungspositionen und Mitarbeiterstellen mit den richtigen Leuten, arbeiten diese gut ein und geben ihnen Verantwortung. Wir messen die Leistung der einzelnen Abteilungen an den Produktvorgaben und stoppen Entscheidungen, die nicht auf das Umsetzen des Klax-Produktes gerichtet sind.

Kollegen, die noch nicht alles gut machen, werden es lernen und richtig gut werden. Lieblingskinder gibt es ab sofort nicht mehr! Was zählt ist nur noch das Ergebnis. Ein Ergebnis, welches das Beste für die Kinder, die Schüler, die Studierenden mit den modernsten Methoden erreicht, die auf der Wertebasis der Klax-Pädagogik Anwendung finden.

Ich bin dabei, ich weiß, ich bin nicht alleine, stellen Sie sich an unsere Seite! Nächstes Jahr um diese Zeit, wenn wir uns an einem anderen, größeren Ort treffen, dann werden wir uns voller Selbstbewusstsein wiedersehen. Dann klopfen wir uns gegenseitig auf die Schulter.

Vielen Dank!

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