Antje Bostelmann zur Tagung „Bildungsforschung 2020 – Potenziale erkennen. Perspektiven eröffnen. Wissen schaffen.“

„Wir können es uns nicht leisten Diskussionen darüber zu führen, ob Medienbildung in die Kindergärten oder Schulen gehört oder nicht. Denn die digitalen Geräte sind längst Teil der Lebenswelt der Kinder.

Es ist allerhöchste Zeit Konzepte zu entwickeln und umzusetzen, die den Menschen die Auswirkungen der Digitalisierung verständlich machen, damit sie gerüstet sind auf die Veränderungen verantwortungsvoll zu reagieren.
Wie ich gestern erleben konnte ist unser Bildungssystem weiterhin nicht bereit Kinder, Erwachsene und Senioren ernst zu nehmen und ihnen den Erwerb von Informationskompetenz, Technikkompetenz und Anwenderkompetenz zuzutrauen. Wenn sich dies nicht ändert, verlieren weitere Gruppen in unserer Gesellschaft den Anschluss und fühlen sich abgehängt.
Ein weiteres Festhalten an der Diskussion über Suchtgefahren, Nutzungszeiträume für Kinder und zeitraubende Streitereien über kontrovers ausgelegte Studien, lenkt nur vom wesentlichen ab. Solche Diskussionen irritieren die Menschen, schüren Ängste und gefährden am Ende unsere Demokratie.“

Die Tagung "Bildungsforschung 2020" wurde vom Bundesministerum für Bildung und Forschung veranstaltet und fand vom 17. und 18. November im Estrel Hotel in Berlin statt. Antje Bostelmann sprach im Forum 3 „Ist die Zukunft der Bildung digital? – Tablet & Co im Kindesalter“ mit dem Vortrag „Kinder der Zukunft – der neue Bildungsauftrag an den Kindergarten“.